Mädchen ticken anders

Mädchen fühlen sich seit einigen Monaten im Jugendzentrum Joy in Liestal bei Sozialarbeiterin Claudia Kuonen gut aufgehoben. Sie haben in ihr eine kompetente Ansprechpartnerin gefunden. In den vergangenen Jahren konnte das Mitarbeiterteam den Bedürfnissen der Mädchen nicht zur vollen Zufriedenheit begegnen. Jugendzentrumsleiter Guido Langenegger von der Stiftung Jugendsozialwerk Blaues Kreuz BL setzte sich bei der Stadt Liestal für eine mädchenspezifische Stelle ein. Mit Erfolg. Der Stadtrat erhöhte die Stellenprozente.

Stärkung und Förderung der Persönlichkeit
Das Jugendzentrum Joy in der Allee hat jeweils dienstagabends und einmal im Monat auch samstagnachmittags seine Tore ausschliesslich für die Mädchen geöffnet.


 Sozialarbeiterin Claudia Kuonen begründet das Extraangebot für Mädchen – „Genderarbeit“ auf Neudeutsch – mit dem Phänomen, dass sich Mädchen, wenn sie unter sich sind, sich besser öffnen können.  „Es finden ganz andere Gespräche statt“, hat sie beobachtet. Die Mädchen packen auch gern mit an und liessen sich von Claudia Kuonen als Mitarbeiterinnen zum Beispiel an der Theke schulen. „Das stärkt deren Selbstwertgefühl, Selbständigkeit und Verantwortungsbewusstsein“, erläutert die Sozialarbeiterin.
Die Treffen am Samstag stehen jeweils unter einem Thema, wie Herstellung von Ohrringen, Wellness-Tipps, Sexualpädagogik, Übernachtung im Grünen, Filmabend, Modeschau und Fotoaufnahmen und Singwettbewerb.  Hinter diesen unspektakulären Begriffen steckt aber viel mehr. Aus Sicht der Sozialarbeiterin geht es um die Entfaltung von Kreativität, die Förderung der Gesundheit, Gemeinschaft zu erleben, die Vermittlung von Wissen, den bewussten Umgang mit der Natur und um eine bessere Wahrnehmung seines Körpers.

Sinnvolle Freizeitgestaltung und Austausch
Das Ziel des Projekts ist laut Kuonen, verschiedene Mädchengruppen zu erreichen und ihnen eine attraktive Möglichkeit zu bieten, ihre Freizeit sinnvoll zu verbringen. Sie erläutert: „Das Joy bietet ihnen einen Raum für Gespräche und den Austausch von geschlechtsspezifischen Themen. Ausserdem können sie Probleme ansprechen und Rat erhalten“.


Kompetente und erfahrene Mitarbeiterin
Claudia Kuonen ist in Riehen aufgewachsen und schloss mit einem Bachelor in Sozialarbeit und Sozialpolitik an der Universität Fribourg ab. Sie arbeitete zwei Jahre in einer Wohngemeinschaft für Jugendliche als Berufsintegrationscoach. Seit Februar ist sie beim Jugendsozialwerk angestellt.