Geschichten der Hoffnung

25.8.2011

"Das Falkennest war meine letzte Chance"

„ABC – Architektur und Bau Caluori“ steht in schwungvollen Buchstaben auf seiner Visitenkarte. Hanspeter Caluori führt eine eigene Firma und ist mit einem Geländewagen zu Kunden unterwegs. Der braungebrannte Mann strahlt Freundlichkeit aus, ist flexibel und mit seinen Händen geschickt. Niemand käme auf die Idee, dass er eine zwanzigjährige „Drogenkarriere“ hinter sich hat. >mehr

 

6.7.2011

Wie wäre es, frei zu sein? 

„Hallo Dominik*, wie geht’s?“ fragt Streetworker René Portmann, als er den 20-Jährigen bei seinem Rundgang durch die Strassen Sissachs trifft. Immer, wenn er Dominik  sieht, fährt ein Stich durch sein Herz. „Welch ein toller Junge, aber wie tief sitzt er in der Patsche“, denkt er und geht auf ihn zu. Die Beiden kennen sich seit einiger Zeit. Auch Dominiks Gefühle ändern sich, wenn er René erblickt. „René“, wenn ich dich sehe, erinnere ich mich daran, dass mein Leben eigentlich anders sein könnte“, stammelt er. Er starrt auf die Bierflasche, die seine Finger umgreifen. René wechselt mit ihm ein paar Worte und vereinbart einen gemeinsamen Ausflug mit ihm. René, der bei der Stiftung Jugendsozialwerk Blaues Kreuz BL als Streetworker arbeitet, weiss, dass kurze und belanglose Gespräche bei Dominik nicht ankommen. Darum schenkt er ihm Zeit und Geduld, was Dominik  wohl als grösste Wertschätzung empfindet. So haben sich die Beiden zum Beispiel schon zu einer Fahrt nach Zürich, zum Grillen oder einem Spaziergang im Wald getroffen. Längst ist René wieder weitergegangen, aber die Begegnung auf der Strasse hallt in Dominik nach: „Ich sollte mit Alkohol und Drogen aufhören“, geht ihm durch den Kopf. „Was ich tue, ist nicht gut.“ >mehr

10.3.2010

Traum fast verwirklicht

  

Verkaufen, Menschen anleiten und bei Abwesenheit der Chefin den Laden führen –  eine alltägliche Herausforderung? Ja, aber was nach einer alltäglichen Stellenbeschreibung klingt, entpuppt sich im Gespräch mit Lars Kottmann als Geschichte eines kleinen Wunders. Lars Kottmann arbeitet im geschützten Rahmen im Regioladen Tri-Color in Oberwil. Vor ein paar Jahren hätte wohl niemand gedacht, dass er einmal in der Lage sein wird, diese anspruchsvollen Aufgaben zu meistern. Obwohl Lars einmal psychisch schwer krank war, wurde er  wieder gesund. >mehr

 

22.9.2009

Ich lebte nur noch für die Drogen

Kulturelle Entwurzelung, fragwürdiger Freundeskreis, Drogenkonsum- und handel, Kriminalität, Lehrabbruch, Entzugsklinik, Suchttherapie, Wohnheim Falkennest, neue Lehre, Selbstständigkeit – wie ein Film läuft die Vergangenheit vor Ibrahim Grozdanic ab. Gern hätte er auf einige Erfahrungen verzichtet. Sie haben sein Leben zerstört, sie raubten ihm die Gesundheit, eine berufliche Perspektive und Lebensqualität. Stattdessen blieb er auf einem Berg Schulden sitzen. Aber er hat die Kurve gekriegt. Im „Falkennest“ Liestal konnte er sich stabilisieren und sich auf die Selbständigkeit vorbereiten. >mehr   

9.9.2009

Peacemaker haben offene Ohren für ihre Freunde

Wer Yves Ribeiro als Teenager kennengelernt hat und ihn mit dem heute 21-Jährigen vergleicht, reibt sich verwundert die Augen. Wie unzählige andere Jugendliche ging auch er damals am Wochenende mit seinen Freunden in den Ausgang und testete seine persönlichen Grenzen unter anderem mit hohem Alkoholkonsum. Er liebte die Freiheit und schlug auch über die Stränge. Heute geht er einfühlsam auf Kollegen zu, die bedrückt sind oder aggressiv ihre Fäuste sprechen lassen. >mehr   

24.2.2009

Heute wirft Samir nicht mehr das Handtuch hin

 Samir Saracevic feierte seinen 18. Geburtstag. Am nächsten Tag packte er seine Umzugskartons, 24 Stunden später wohnte der junge Mann im «Falkennest». Das war 2005. Samir zog in die betreute Wohngemeinschaft des Jugendsozialwerks in Liestal. „Mit meiner Mutter ging es einfach nicht mehr“, erzählt er. Ihm sei klar gewesen: Er muss ausziehen. Aber in einer Wohnung allein zu sein, war für Samir unvorstellbar. „Mir war Betreuung wichtig.“ >mehr  


10.11.2008

Die Arbeitslosigkeit wirft Martin Rölli aus der Bahn

Die Turmuhr schlägt gerade zweimal. Der Hall durchbricht die Stille der Nacht. Beim Anblick der Sterne in jener Septembernacht im Jahr 2007 würden viele Menschen romantische Gefühle bekommen. Davon ist Martin Rölli weit entfernt. Er sitzt einsam oberhalb der Stadt; schwere Gedanken lasten auf ihm. Er nimmt einen Schreibblock und einen Stift aus seinem Rucksack und beginnt, einen Brief zu schreiben. Er blickt zurück und fasst zusammen, was ihm Menschen, die er lieb hat, bedeuteten. Neben ihm liegt eine Waffe. >mehr