Kiffen und Klauen
Die Familie Grozdanic kommt aus Bosnien und siedelte sich in Basel an. 1981 kam Ibrahim zur Welt. Nach seiner Kindergartenzeit gingen er und sein Bruder mit der Mutter nach Bosnien. Als es erste Anzeichen für einen Krieg gab, kehrten sie zum Vater nach Basel zurück. Aber Ibrahim hatte sein Deutsch verlernt, tat sich schwer, den Anschluss zu finden und kam – wie er heute sagt – mit den „falschen Kollegen“ zusammen. Er begann zu kiffen, kam abends spät nach Hause und hat hin und wieder auch etwas gestohlen. Eines Tages stieg er auf Kokain um und verübte Einbrüche. Nach dem Schulabschluss fand er eine Lehre als Elektriker, aber nach einem Jahr war bereits wieder Schluss damit: da er psychisch und körperlich süchtig geworden war, hatte ein schlechtes Zeugnis erhalten, sodass der Lehrvertrag aufgelöst wurde. Ibrahim schlug sich mit Temporärarbeitsstellen durch, verdiente etwas mehr Geld und konnte darum auch mehr Drogen konsumieren.
Ibrahim bedauert: „Ich habe meine neuen Ziele ausgeblendet. Ich hing herum und handelte mit Drogen, um meinen eigenen Konsum zu finanzieren. Ich wurde auch kriminell.“
Absturz und Einsicht
2006 wurde es Ibrahim zu viel. Er kam
zur Einsicht: „Ich lebte nur noch für die Drogen.“ Er war an einem
Punkt angekommen, wo er bereit war, eine Entziehungskur zu machen. Nach
zwei Monaten wurde er aus der Klinik entlassen und bekam Kontakt zu
einem Suchtberater, wo er ambulant eine Therapie fortführte. Der
Berater konnte ihm eine Lehrstelle vermitteln. Aber zwei Monate vor
Beginn stützte Ibrahim ab. Er konnte der Versuchung nicht widerstehen
und hatte Drogen konsumiert. „Aber ich habe meinen Fehler schnell
eingesehen“, äussert er. Wieder kehrte er zur Entzugsklinik zurück und
machte danach ein Jahr lang eine stationäre Suchttherapie. Dank des
Entgegenkommens des Lehrmeisters konnte er mit einem Jahr Verspätung
die Lehre zum Metallbauer 2008 beginnen. Stabilisierung
„Ich war nicht sicher, ob ich allein leben kann“, räumt Ibrahim ein. Da machte ihn sein Suchtberater auf die Wohngemeinschaft Falkennest aufmerksam. Mit Sack und Pack zog er am 16 Juni 2008 in der Rheinstrasse ein. Ursprünglich wollte er nur ein halbes Jahr bleiben, aber nach sechs Monaten fühlte er sich noch nicht gefestigt. Auch administrative Dinge, wie Behördengänge und Schulden abtragen, waren noch nicht abgeschlossen. So blieb er noch ein halbes Jahr. Genau ein Jahr später auf den Tag genau am 16. Juni 2009 konnte er in eine eigene Wohnung umziehen.


