Samir wirft nicht mehr das Handtuch hin

Konflikte zwischen Mutter und Sohn
Er war fünf Jahre alt, als in seiner Heimat Bosnien-Herzegowina Krieg ausbrach. Seine Mutter und er flüchteten in die Schweiz. Die Eltern leben mittlerweile getrennt, der Vater wohnt in Slowenien. Mit dem Älterwerden von Samir kam es zu vermehrten Konflikten zwischen Mutter und Sohn. Um die aufgetauchten Probleme zu lösen, entschlossen sie sich, etwas dagegen zu unternehmen.

Kein Durchhaltewille vorhanden


Beim Eintritt in die Wohngemeinschaft war Samir psychisch instabil und litt unter dem Ablösungsprozess von zu Hause. Im „Falkennest“ sprach er mit Sozialpädagogen über seine Probleme und stellte sich ihnen. „Am Anfang hatte ich keinen Durchhaltewillen“, bedauert Samir. Denn obwohl er bereits im Falkennest wohnte, übernachtete er jedes Wochenende bei seiner Mutter. Aber er habe gemerkt, dass es so nicht weitergehen könne. 
Dann besuchte er seine Mutter für ein paar Stunden am Sonntag. „Mit der Zeit fühlte ich mich dort nur noch zu Besuch; das Falkennest war mein Daheim geworden.“ Nach einem Jahr ging der Reiz am Leben in einer Wohngemeinschaft verloren. „Das Falkennest ist zwar toll, aber es wird zur Routine“, findet er. Zum Abschluss seines Aufenthalts konnte er mit gutem Gewissen sagen: „Ich habe etwas erreicht.“„Mit der Zeit fühlte ich mich dort nur noch zu Besuch; das Falkennest war mein Daheim geworden.“

Selbstvertrauen gewonnen
Während seiner „Falkennest“-Zeit absolvierte Samir ein kaufmännisches Praktikum in einem Musikshop. Es bereitete ihn für eine Büroassistentenlehre gut vor, allerdings hat er diese später wieder beendet. Seit 2008 arbeitet er im Lernhaus Baselland des SAH Region Basel in Münchenstein. Dort ist er unter anderem mit Informatik-Aufgaben beschäftigt. Bereits im Falkennest hatte er Programmierarbeiten erfolgreich erledigt. In der Zwischenzeit hat er gelernt, in schwierigen Situationen nicht das Handtuch zu werfen, wie er das früher getan hat. „Ich habe gemerkt, dass im Leben immer wieder solche Situationen vorkommen und ich sie lösen kann.“ Für diese Erfahrung ist er den verschiedenen Einrichtungen, vor allem aber dem „Falkennest“ dankbar.

24.2.2009