30.05.2018

Arbeitsintegration Pratteln flickt Velos für Afrika

Die Arbeitsintegration Pratteln AIP eröffnet zusammen mit Velafrica eine Velo-Exportwerkstatt. Hier werden ausrangierte Spendenvelos aus der ganzen Schweiz von Flüchtlingen und jungen, erwerbslosen Menschen für den Export nach Afrika fit gemacht. In Afrika erhalten die Velos ein zweites Leben, eröffnen den Menschen Perspektiven und erleichtern ihren Alltag.

Velafrica sammelt seit 25 Jahren in der ganzen Schweiz ausgediente Velos, bereitet sie in sozialen Institutionen auf und schickt sie nach Afrika. Hier fördern sie die Mobilität der Menschen und machen viele Alltagsarbeiten leichter. Die Nachfrage nach stabilen Schweizer Recycling-Velos ist gross.

Pratteln – Ghana einfach

Um die grossen Mengen von Spendenvelos lagern und nach den Bedürfnissen der Partner in Afrika exportieren zu können, hat Velafrica zusätzlichen Lagerraum gesucht und ist in Pratteln fündig geworden. Die Velos sollen nicht nur gelagert, sondern auch aufbereitet und für den Export mit dem Schiff in Container verladen werden. Zu diesem Zweck hat Velafrica zusammen mit der Arbeitsintegration Pratteln Anfangs Mai eine Exportwerkstatt eröffnet. Heute kann der erste Container voller Velos nach Ghana geschickt werden. Die Werkstatt funktioniert wie das Projekt für Flüchtlinge, das Velafrica vor zweieinhalb Jahren in Bern-Liebefeld gestartet hat. Dort erhalten geflüchtete Menschen die Möglichkeit, erste Arbeitserfahrungen in der Schweiz zu machen und ihre Deutschkenntnisse zu verbessern.

In Pratteln sind 15 Arbeitsplätze geplant. Im Moment arbeiten 6 Teilnehmende am Velafrica-Projekt. Seit dem Start des Projekts Anfang Mai haben diese bereits über 400 Velos geflickt, die jetzt in einen Container verpackt nach Afrika verschifft werden.

Velos erleichtern den Weg zur Schule und zu medizinischer Versorgung

Ausrangierte Velos können in Afrika viel bewirken. Sie verbessern den Zugang zu Bildung und medizinischen Einrichtungen. «Seit ich ein Velo habe, komme ich weniger erschöpft in der Schule an, kann im Unterricht besser aufpassen und habe mehr Zeit zum Lernen», sagt der 15-jährige Eliud aus Tansania. Dort sind Schulwege von über anderthalb Stunden pro Weg keine Seltenheit. Auf dem Land sind 80 Prozent der Menschen zu Fuss unterwegs und tragen ihre Lasten auf dem Kopf. Die günstigen und stabilen Recycling-Velos aus der Schweiz ermöglichen es, ein Mehrfaches dieser Lasten zu transportieren.

Das Velo schafft Erwerbschancen in Afrika und in der Schweiz

Die Drahtesel aus der Schweiz eröffnen wirtschaftliche Chancen und helfen den Menschen, der Armut zu entkommen. Velafrica fördert auch den Aufbau von Werkstätten und bietet Lehrstellen in Mechanik an. Es entstehen Arbeitsplätze und Einkommensmöglichkeiten in der Velomontage, Reparatur und im Vertrieb.

Auch für die Arbeitsintegration Pratteln AIP ist das Projekt ein grosses Plus. Das AIP unterstützt Stellensuchende wieder Fuss im ersten Arbeitsmarkt zu fassen. Viele dieser Menschen haben wenig bis keine Ausbildung und erleben dabei nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine sozial Ausgrenzung. Das Projekt mit Velafrica ermöglicht es, diesen Menschen eine sinnvolle Arbeit zu bieten, die ihre Chancen im ersten Arbeitsmarkt erhöhen.

 

 


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